Moulin Mattei
Korsika 2007 - Einmal rund um Cap Corse (Finger der Insel) auf der D80


Am nächsten Morgen zeigte die Insel wieder ihr freundliches Gesicht. Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir Richtung Cap Corse. Wir beschlossen die Insel im Uhrzeigersinn zu umrunden. Auf der linken Seite befand sich das Meer und auf der rechten Seite oftmals schroffe Felsen. Ein Kurve folgte der anderen. Es gab schöne Buchten - oft mit kleinen Dörfern und mit fantastischen Ausblicken aufs Meer. In Nonza machten wir eine kurze Rast um den dortigen Genueserturm - er war eckig und nicht rund - zu bestaunen. Dieser Turm wurde im Auftrag von Pascal Paoli (berühmter Freiheitskämpfer) erbaut, um die Region zu überwachen.
Dann fuhren wir weiter bis zu dem kleinen Ort Port de Centuri. Um dorthin zu gelangen, mussten wir ein kleines Stichsträsschen hinunter bis ans Meer fahren. Der Umweg lohnte sich. Ein sehr hübscher Ort mit guten Lokalen, einem schönen Hafen und der vorgelagerten Insel Cappenza. Dieser Ort ist auch bekannt für seine Langusten. Nach einem leckeren Cappuccino fuhren wir weiter zur Moulin Mattei (Mühle von Mattei). Sie ist von weitem gut sichtbar. Anschließend fuhren wir noch etwas weiter zum Col de Serra, mit einer Windkraftstation auf der Spitze des Berges. Von hier oben hatte man eine gigantische Fernsicht. Hier trafen wir das erste Mal auf eine Ziegenherde. Die Tiere zeigten sich von uns und dem Motorrad wenig beeindruckt und trollten sich gemächlich von der Strasse. In Korsika haben die Tiere Vorfahrt und das scheinen sie zu wissen!
Eigentlich wollen wir bis zu äußersten Spitze Cap Corses fahren, aber irgendwie hatten wir wohl den Abzweig verpasst. Wir merkten es aber erst, als wir das Ortsschild Macinaggio passierten. Dieser Ort lag bereits auf der anderen Seite des "Fingers".
Wieder verdunkelte sich der Himmel und es begann zu regnen. Da es nun egal war, in welche Richtung wir weiterfuhren, beschlossen wir unsere Umrundung fortzusetzen. Nass konnten wir nicht werden, denn unsere Kleidung war wasserfest, aber es war nicht gerade prickelnd bei dem Regen. So fuhren wir weiter bis Bastia und kehrten dort in ein Lokal zum Essen ein. Wir saßen draußen und beobachteten das bunte Treiben auf der Strasse. Als ich bezahlen ging war ich doch ein wenig überrascht - die Rechnung betrug nicht weniger als EUR 14,50 für 2 kleine Tartes und 2 Cappuccini. Aber das ist Korsika!

Da es mittlerweile wieder aufgehört hatte zu regnen beschlossen wir den Alten Hafen von Bastia näher zu besichtigen. Wir schlenderten auf der großen Hafenmauer entlang und beobachteten die Einheimischen beim Fischen. Im Hafen lagen einige Fischerboote und von hier aus hatte man einen schönen Blick auf Bastia. Nach einer Stadtrundfahrt durch Bastia traten wir den Heimweg an. Die Strecke über die D81 kannten wir ja schon vom Vortag.

Als wir durch St. Florent fuhren, sahen wir auf dem Dorfplatz einige alte Bugatties stehen und weitere kamen angefahren. Wie es sich herausstellte, war mal wieder die Mille Miglia auf Tour. Diese Fahrer hatten wir auch schon 2005 auf Sardinien gesehen. Es waren tolle alte Autos. Einer der Fahrer - ein Engländer - erzählte uns, dass sie wohl nicht so glücklich über die Straßenverhältnisse in Korsika seien. Die Kurven zu eng, die Straßen zu schmal und der Belag ließe oftmals zu wünschen übrig. Korsika ist eben extremer als Sardinien.
Nach einem Fußmarsch hoch zur Zitadelle von St. Florent wurden wir mit einer schönen Aussicht über die Bucht mit dem schönen Yachthafen belohnt. Gegenüber konnte man "unseren" Campingplatz erahnen. Da unsere Kleidung noch immer nass war, beschlossen wir auf dem Campingplatz essen zu gehen. Gesagt - getan! Die Pizza schmeckte vorzüglich und der Wein ebenfalls.

An diesem Tag erzählte unser Camp-Nachbar an seinem letzten Tag von "seinen" Korsika-Erfahrungen. Unter anderem meinte er, dass man auf der Landkarte nur die gelben Straßen fahren könne, die weißen seien alles Schotterpisten und es gäbe keine Serpentinen auf Korsika! Da wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel sagen konnten, schwiegen wir..... doch die Antwort folgt auf den nächsten Seiten.....

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Nonza
 
©Andrea Böhm & Jochen Brett                  mailto: Andrea & Jochen             www.fernweh-jochen-andrea.de