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Am nächsten Morgen zeigte
die Insel wieder ihr freundliches Gesicht. Nach einem
ausgiebigen Frühstück fuhren wir Richtung Cap
Corse. Wir beschlossen die Insel im Uhrzeigersinn
zu umrunden. Auf der linken Seite befand
sich das Meer und auf der rechten Seite oftmals
schroffe Felsen. Ein Kurve folgte der anderen. Es gab
schöne
Buchten - oft mit kleinen Dörfern und mit fantastischen
Ausblicken aufs Meer. In Nonza machten wir eine kurze
Rast um den dortigen Genueserturm - er war eckig und
nicht rund - zu bestaunen. Dieser Turm wurde im Auftrag
von Pascal Paoli (berühmter Freiheitskämpfer)
erbaut, um die Region zu überwachen.
Dann fuhren wir weiter
bis zu dem kleinen Ort Port
de Centuri. Um dorthin zu
gelangen, mussten wir ein kleines Stichsträsschen
hinunter bis ans Meer fahren. Der Umweg lohnte sich.
Ein sehr hübscher
Ort mit guten Lokalen, einem schönen Hafen und der
vorgelagerten Insel Cappenza. Dieser Ort ist auch bekannt
für seine Langusten. Nach einem leckeren
Cappuccino fuhren wir weiter zur Moulin
Mattei (Mühle von Mattei).
Sie ist von weitem gut sichtbar. Anschließend
fuhren wir noch etwas weiter zum Col de Serra, mit einer
Windkraftstation auf der Spitze des Berges. Von hier
oben hatte man eine gigantische Fernsicht. Hier
trafen wir das erste Mal auf eine Ziegenherde. Die Tiere
zeigten sich von uns und dem Motorrad wenig beeindruckt
und trollten sich gemächlich von der Strasse. In
Korsika haben die Tiere Vorfahrt und das scheinen sie
zu wissen!
Eigentlich
wollen wir bis zu äußersten Spitze Cap Corses
fahren, aber irgendwie hatten wir wohl den Abzweig verpasst.
Wir merkten es aber erst, als wir das Ortsschild Macinaggio
passierten. Dieser Ort lag bereits auf der anderen Seite
des "Fingers".
Wieder verdunkelte sich der Himmel und es begann
zu regnen. Da es nun egal war, in welche Richtung wir
weiterfuhren, beschlossen wir unsere Umrundung fortzusetzen.
Nass konnten wir nicht werden, denn unsere Kleidung war wasserfest,
aber es war nicht gerade prickelnd bei dem Regen. So fuhren
wir weiter bis Bastia und kehrten dort in ein Lokal zum Essen
ein. Wir saßen
draußen
und beobachteten das bunte Treiben auf der Strasse. Als ich bezahlen
ging war ich doch ein wenig überrascht - die Rechnung betrug
nicht weniger als EUR 14,50 für 2 kleine Tartes und 2 Cappuccini.
Aber das ist Korsika!
Da es mittlerweile wieder aufgehört hatte zu regnen
beschlossen wir den Alten Hafen von Bastia näher
zu besichtigen. Wir schlenderten auf der großen
Hafenmauer entlang und beobachteten die Einheimischen
beim Fischen. Im Hafen lagen einige Fischerboote und
von hier aus hatte man einen schönen Blick
auf Bastia. Nach einer Stadtrundfahrt durch Bastia traten
wir den Heimweg an. Die Strecke über die D81 kannten
wir ja schon vom Vortag.
Als wir durch St. Florent fuhren, sahen wir auf dem
Dorfplatz einige alte Bugatties stehen und weitere kamen
angefahren. Wie es sich herausstellte, war mal wieder
die Mille Miglia auf Tour. Diese Fahrer hatten wir auch
schon 2005 auf Sardinien gesehen. Es waren tolle alte
Autos. Einer der Fahrer - ein Engländer
- erzählte
uns, dass sie wohl nicht so glücklich über
die Straßenverhältnisse
in Korsika seien. Die Kurven zu eng, die Straßen
zu schmal und der Belag ließe oftmals zu wünschen übrig.
Korsika ist eben extremer als Sardinien.
Nach einem Fußmarsch hoch zur Zitadelle von
St. Florent wurden wir mit einer schönen Aussicht über
die Bucht mit dem schönen Yachthafen belohnt.
Gegenüber
konnte man "unseren"
Campingplatz erahnen. Da unsere
Kleidung noch immer nass war, beschlossen wir auf dem
Campingplatz essen zu gehen. Gesagt - getan! Die Pizza
schmeckte vorzüglich und der Wein ebenfalls.
An diesem Tag erzählte unser Camp-Nachbar an seinem letzten Tag
von "seinen" Korsika-Erfahrungen. Unter anderem meinte er, dass
man auf der Landkarte nur die gelben Straßen fahren könne, die
weißen seien alles Schotterpisten und es gäbe keine Serpentinen
auf Korsika! Da wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel sagen konnten,
schwiegen wir..... doch die Antwort folgt auf den nächsten Seiten.....
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